Blog · ca. 7 Minuten · September 4, 2026
Schimmel trotz Lüften, Streit um Nutzung oder Bauschaden? Was ein Raumklima-Datenlogger über Wochen aufzeichnet, wie ich die Kurven lese und wann sich das lohnt.

Kurz gesagt: Ein Raumklima-Datenlogger ist ein kleines Messgerät, das Temperatur und Luftfeuchte über mehrere Wochen in festen Abständen aufzeichnet. Zusammen mit der Oberflächentemperatur an der kritischen Stelle zeigt der Verlauf, ob die Nutzung, das Bauteil oder beides den Schimmel erklärt. Hohe Luftfeuchte allein beweist noch keinen Baumangel.
„Sie lüften falsch.“ „Nein, die Wand ist kalt.“ Wenn Schimmel in einer Wohnung immer wieder kommt, steht oft Aussage gegen Aussage. Eine einzelne Messung beim Ortstermin hilft dann nur begrenzt, denn sie zeigt einen Moment. Wie es abends nach dem Kochen, nachts im Schlafzimmer oder an einem kalten Wochenende aussieht, zeigt sie nicht. Genau dafür gibt es die Messung über mehrere Wochen.
Eine Messreihe lohnt sich vor allem in diesen Fällen:
Nicht nötig ist sie, wenn die Wand sichtbar von außen oder von unten nass ist. Dann messe ich zuerst die Materialfeuchte im Bauteil. Ein Logger in der Raumluft würde an der Ursache vorbeimessen.
Der Logger misst die Raumluft: Temperatur und relative Luftfeuchte. Sie gibt an, zu wie viel Prozent die Luft bei ihrer Temperatur mit Wasserdampf gefüllt ist. Er misst nicht die Feuchte in der Wand.
Für Schimmel zählt aber, was an der Oberfläche passiert. Nach dem Schimmelleitfaden des Umweltbundesamts (UBA) genügen Schimmelpilzen über längere Zeit schon 70 bis 80 % relative Feuchte direkt an der Materialoberfläche. Die Wand muss dafür nicht sichtbar nass sein (UBA-Schimmelleitfaden, S. 23). Diese Oberflächenfeuchte wird in der Regel nicht direkt gemessen, sondern aus Raumluftfeuchte, Raumtemperatur und Oberflächentemperatur berechnet (S. 49).
Deshalb gehört zur Messreihe immer die Temperatur der kalten Bauteile. Erst der Vergleich zeigt, wann die Luft an der Wand so weit abkühlt, dass es kritisch wird. Der Taupunkt ist die Temperatur, bei der sich Wasser aus der Luft als Tauwasser niederschlägt. Wie das zusammenhängt, erkläre ich im Beitrag Kondensationsfeuchte und Taupunkt. Ausprobieren können Sie es mit dem Taupunkt-Rechner, die Formel dahinter steht im Beitrag „Taupunkt berechnen“.
Auch der UBA-Leitfaden empfiehlt solche Klimaaufzeichnungen mit Datenloggern. Weil Einzelmessungen stark schwanken, hält er Langzeitmessungen über mehrere Wochen für sinnvoll. Gemessen wird an den wichtigen Stellen: an vermutet kühlen Oberflächen, in der Raumluft und gegebenenfalls außen. So lässt sich auch das Lüftungsverhalten erfassen (S. 92).
Als eigener Termin kostet die Messreihe 890 € inkl. MwSt., mit Aufstellen und Abholen der Datenlogger, Auswertung und Bericht. Langzeitmessungen berechne ich gesondert und bespreche sie vorher mit Ihnen. Mehr zum Verfahren auf der Seite Raumklima-Messung und zu allen Messreihen unter Langzeitmessungen.
Eine Messreihe ergibt zwei Linien über viele Tage. Darin suche ich bestimmte Muster:
Den Ausschlag gibt der Vergleich mit der Oberflächentemperatur. Der UBA-Leitfaden rechnet dazu ein Beispiel vor: Bei 20 °C und 50 % Raumluftfeuchte ergibt sich in einer Außenecke hinter einem Schrank eine Oberflächenfeuchte von 73 %, bei 60 % Raumluftfeuchte schon 88 % (S. 53). Kleine Unterschiede im Raumklima können an einer kalten Stelle also viel ausmachen. Ist die Wand selbst bei normalem Raumklima so kalt, dass es kritisch wird, liegt die Ursache eher im Bauteil. Ist sie erst bei dauerhaft hoher Feuchte kritisch, spielt die Nutzung die größere Rolle. Oft kommt beides zusammen, darauf weist auch der Leitfaden hin (S. 47).
Eher nicht nötig ist eine Messreihe, wenn der Schimmel einmalig und klein war und nach geändertem Heizen und Lüften nicht wiederkommt. Das sage ich Ihnen auch so.
Sinnvoll ist sie, wenn der Befall wiederkommt, wenn ein Streit über die Ursache entstanden ist oder wenn eine Sanierung ansteht und vorher feststehen soll, warum es schimmelt. Oft reicht als Einstieg der Analysetermin ab 510 € inkl. MwSt. und Anfahrt, bei dem ich vor Ort Oberflächentemperatur, Materialfeuchte und Raumklima messe. Braucht es danach eine schriftliche Grundlage, erstelle ich ein Gutachten ab 1.370 €. Es ist ein Privatgutachten für Sie als Auftraggeber. Wie Mieter und Vermieter in solchen Fällen allgemein vorgehen, steht in den Beiträgen Schimmel: Beweislast und Mieter meldet Schimmel. Was ich für Mieter prüfe, steht auf der Seite für Mieter.
Eine Raumklima-Messreihe dauert meist 6 bis 12 Wochen. Die genaue Dauer lege ich vorab mit Ihnen fest, je nachdem, welche Frage die Messung klären soll.
Als eigener Termin kostet sie 890 € inkl. MwSt., mit Aufstellen und Abholen der Datenlogger, Auswertung und Bericht. Ein Gutachten oder weitere Messungen bespreche ich vorher mit Ihnen.
Für die eigene Kontrolle ja. Ihr Gerät zeigt, ob die Raumluft feucht ist. Es zeigt aber nicht, wie kalt die Wand ist und ob an der Oberfläche kritische Werte entstehen. Für eine belastbare Aussage zur Ursache braucht es beides.
Die Messung zeigt, wann und unter welchen Bedingungen kritische Werte auftreten. Das versachlicht die Diskussion. Wie das rechtlich zu bewerten ist, klären Sie bitte mit einer Anwältin oder einem Anwalt, dem Mieterverein oder Haus & Grund.
Ihr Schimmel kommt immer wieder und niemand weiß genau, warum? Schreiben Sie mir kurz, wo die Stelle sitzt und seit wann sie auftritt. Fotos können Sie im Anfrageformular hochladen. Wie ich bei Schimmel vorgehe, lesen Sie auf der Seite Schimmelschaden, einen Überblick gibt der Ratgeber Schimmel in der Wohnung. Von meinem Büro in Nümbrecht aus bin ich im Oberbergischen Kreis und Umgebung unterwegs. Sie erhalten werktags innerhalb von 24 Stunden eine Rückmeldung, einen Vor-Ort-Termin in der Regel innerhalb von 1–2 Wochen. Termin anfragen
Beschreiben Sie kurz, was Sie beobachten, oder rufen Sie mich an. Ich melde mich werktags innerhalb von 24 Stunden und bespreche die nächsten Schritte.
Die Anfrage ist unverbindlich.


Nasse Wände, feuchter Keller, Salzränder am Putz:
Ich messe und unterscheide, ob Feuchte aufsteigt, von außen eindringt oder als Kondensat entsteht. Davon hängt ab, welche Sanierung überhaupt hilft.

Nicht jeder Riss ist gefährlich. Ich bewerte Verlauf und Breite und sage Ihnen, ob der Riss nur optisch stört, beobachtet werden sollte oder ein Statiker ihn prüfen muss.

Radon ist ein radioaktives Gas, das man weder sieht noch riecht.
Ich messe die Belastung in Ihren Räumen, vergleiche sie mit dem gesetzlichen Referenzwert von 300 Bq/m³ und sage Ihnen, ob Maßnahmen nötig sind.

Schimmel ist meist nur das Symptom. Ich kläre, ob Feuchtigkeit von außen, eine Wärmebrücke oder das Lüften dahintersteckt, damit er nach dem Entfernen nicht wiederkommt.

Abplatzungen, Rostfahnen, freiliegende Bewehrung:
Ich beurteile, wie weit die Korrosion fortgeschritten ist und welche Instandsetzung die Bausubstanz dauerhaft sichert.

Ein feuchter Keller hat selten nur eine Ursache. Ich prüfe Abdichtung, Wände und Nutzung und zeige Ihnen, welche Maßnahme zu Ihrem Keller passt und welche Sie sich sparen können.

Streusalz, undichte Fugen, Risse in der Bodenplatte: Ich untersuche Ihre Tiefgarage. Eigentümergemeinschaften und Verwaltungen erhalten eine belastbare Grundlage für Beschluss und Sanierung.

Feuchte Flecken unter der Platte, lose Fliesen, rostiges Geländer: Ich prüfe Abdichtung, Gefälle und Anschlüsse und sage Ihnen, ob eine Reparatur reicht oder der Aufbau erneuert werden muss.