aufsteigende Feuchte
Feuchtigkeit, die aus dem Boden in den feinen Poren des Mauerwerks nach oben wandert. Das passiert, wenn eine Sperrschicht im Mauerwerk fehlt oder nicht mehr dicht ist.
Mehr dazu zu aufsteigende Feuchte →Kurz erklärt: 60 Fachbegriffe zu Feuchte, Schimmel, Radon, Beton und Rissen, so wie ich sie in Gesprächen und Berichten verwende.
Begriffe
60 Begriffe aus meinen Ratgebern, Messungen und Gutachten, kurz und verständlich erklärt. Wo es eine eigene Seite zum Thema gibt, führt „Mehr dazu“ dorthin.
Die Erklärungen ersetzen keine Beratung im Einzelfall.
Feuchtigkeit, die aus dem Boden in den feinen Poren des Mauerwerks nach oben wandert. Das passiert, wenn eine Sperrschicht im Mauerwerk fehlt oder nicht mehr dicht ist.
Mehr dazu zu aufsteigende Feuchte →Das Wasser, das im Erdreich immer in den Poren gebunden ist und nicht drückt. Jedes erdberührte Bauteil ist mindestens dieser Belastung ausgesetzt.
Ein Rohr mit Kies- oder Filterschicht am Fundament, das Sickerwasser sammelt und ableitet, damit es sich nicht vor der Kellerwand staut. Sie ergänzt die Abdichtung, ersetzt sie aber nicht.
Wasser, das mit Druck von außen gegen ein Bauteil steht, etwa Grundwasser oder Sickerwasser, das sich vor der Kellerwand staut. Dafür braucht es eine deutlich stärkere Abdichtung als gegen Bodenfeuchte.
Mehr dazu zu drückendes Wasser →Eine waagerechte Sperrschicht im Mauerwerk, die verhindert, dass Feuchte aus dem Boden in der Wand aufsteigt. Fehlt sie, lässt sie sich nachträglich einbauen, etwa durch Injektion oder ein mechanisches Verfahren.
Mehr dazu zu Horizontalsperre →Bedeutet, dass ein Stoff Feuchtigkeit aus der Luft anzieht. Salze im Mauerwerk tun das, deshalb kann eine Wand feucht bleiben, obwohl von außen kein Wasser mehr kommt.
Mehr dazu zu hygroskopisch →Eine Dämmschicht auf der Innenseite der Außenwand. Die Wand dahinter wird kälter, deshalb müssen Aufbau und Anschlüsse so geplant sein, dass sich in der Konstruktion keine Feuchte sammelt.
Mehr dazu zu Innendämmung →Beschreibt, wie Wasser in sehr feinen Poren eines Baustoffs wandert, ähnlich wie in einem Docht, auch gegen die Schwerkraft.
Wasser, das sich aus der Raumluft auf einer kalten Fläche niederschlägt, etwa am Fenster, in einer Außenecke oder im Sommer an der Kellerwand. Die Feuchte kommt dann nicht aus dem Bauteil, sondern aus der Luft.
Mehr dazu zu Kondensat →Die seitliche und obere Innenfläche einer Fenster- oder Türöffnung in der Wand. Sie ist oft kühler als die übrige Wand, deshalb zeigt sich Schimmel dort häufig zuerst.
Mehr dazu zu Laibung →Gibt in Prozent an, wie viel Wasserdampf die Luft enthält, gemessen an der Menge, die sie bei dieser Temperatur höchstens aufnehmen kann. Kühlt die Luft ab, steigt der Wert, obwohl kein Wasser hinzukommt.
Mehr dazu zu relative Luftfeuchte →Weiße, oft kristalline Beläge auf Putz oder Mauerwerk. Sie entstehen, wenn Wasser an der Oberfläche verdunstet und die darin gelösten Salze zurücklässt, und zeigen damit, dass Feuchte durch das Bauteil wandert.
Mehr dazu zu Salzausblühung →Ein Putz mit vielen großen Poren, der Salze aufnimmt und Feuchte als Dampf entweichen lässt. So bleibt die Oberfläche länger trocken, die Ursache der Feuchte behebt er aber nicht.
Regen, den der Wind schräg gegen die Fassade treibt. Er kann über Risse, Fugen und Anschlüsse in die Wand eindringen.
Mehr dazu zu Schlagregen →Regenwasser, das durch den Boden nach unten sickert und dabei an der Kellerwand entlangläuft. In dichtem Boden wie Lehm kann es sich aufstauen und gegen die Wand drücken.
Die Temperatur, bei der feuchte Luft so weit abgekühlt ist, dass sich Wasser niederschlägt. Ist eine Wand oder ein Fenster kälter als dieser Wert, wird die Oberfläche nass.
Mehr dazu zu Taupunkt →Eine Stelle der Außenhülle, an der Wärme schneller nach außen abfließt als daneben, zum Beispiel an Ecken, Deckenrändern oder Balkonplatten. Innen ist die Oberfläche dort kälter, deshalb bildet sich hier zuerst Kondensat und Schimmel.
Mehr dazu zu Wärmebrücke →Mehl aus einem Bohrloch im Mauerwerk, das im Labor auf Feuchte und Salze untersucht wird. Anders als ein Messgerät an der Oberfläche liefert sie den tatsächlichen Wassergehalt in der Tiefe.
Mehr dazu zu Bohrmehlprobe →Ein kleines Messgerät, das Temperatur und Luftfeuchte über Tage oder Wochen selbstständig aufzeichnet. Der Verlauf zeigt, wann und wie oft die Werte kritisch werden.
Mehr dazu zu Datenlogger →Ein Messgerät für die relative Luftfeuchte im Raum. Einfache Geräte zeigen eine Tendenz, für verlässliche Werte sollten sie mit Abstand zu Wand und Heizung stehen.
Mehr dazu zu Hygrometer →Ein zerstörungsfreies Verfahren, das über ein elektrisches Feld die Feuchte in den oberflächennahen Schichten eines Baustoffs erfasst. Es liefert Vergleichswerte, mit denen sich feuchte und trockene Bereiche einer Wand abgrenzen lassen.
Mehr dazu zu kapazitive Messung →Eine Messung über wenige Tage, die eine Momentaufnahme liefert. Sie gibt einen ersten Eindruck, ersetzt bei Radon aber nicht die Langzeitmessung.
Mehr dazu zu Kurzzeitmessung →Die Untersuchung einer Probe vom Ort im Labor, zum Beispiel auf Schimmelpilze, Salze oder Feuchtegehalt. Laboranalysen berechne ich gesondert und bespreche sie vorher mit Ihnen.
Mehr dazu zu Laboranalyse →Eine Messung über Wochen oder Monate, die Schwankungen erfasst, die ein einzelner Termin nicht zeigt. Bei Radon dauert sie drei bis neun Monate.
Mehr dazu zu Langzeitmessung →Der Wassergehalt eines Baustoffs wie Mauerwerk, Putz, Estrich oder Holz. Sie zeigt, wo und wie stark ein Bauteil durchfeuchtet ist.
Mehr dazu zu Materialfeuchte →Mehrere Messungen nach festem Schema, etwa in verschiedenen Höhen und Tiefen einer Wand oder über einen Zeitraum. Erst der Vergleich der Werte zeigt, woher die Feuchte kommt oder wie sie sich entwickelt.
Die Temperatur direkt auf der Wand, Decke oder Fensterfläche. Zusammen mit Raumtemperatur und Luftfeuchte zeigt sie, ob dort Wasser aus der Luft kondensieren kann.
Das fachgerechte Entnehmen von Material vor Ort, etwa Bohrmehl, Putz, Holz oder ein Klebefilm, damit es im Labor untersucht werden kann. Sie wird zusätzlich zum Termin berechnet.
Mehr dazu zu Probenentnahme →Eine Laboruntersuchung, welche bauschädlichen Salze wie Chloride, Nitrate oder Sulfate in einer Probe stecken und wie viel davon. Das Ergebnis hilft, die Herkunft der Feuchte und den passenden Putz zu bestimmen.
Mehr dazu zu Salzanalyse →Ein holzzerstörender Pilz, der verbautes Holz abbaut und dafür auch durch Mauerwerk wachsen kann. Sicher bestimmen lässt er sich nur über eine Probe im Labor.
Mehr dazu zu Hausschwamm →Der Leitfaden des Umweltbundesamts zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden. Er gilt als wichtigste fachliche Orientierung für die Bewertung von Schimmel in Innenräumen.
Quelle: Umweltbundesamt: Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden (2017)
Mehr dazu zu Schimmelleitfaden →Becquerel pro Kubikmeter ist die Einheit für die Radonkonzentration in der Luft. Ein Becquerel bedeutet einen radioaktiven Zerfall pro Sekunde.
Mehr dazu zu Bq/m³ →Die gesetzliche Pflicht, Radon an bestimmten Arbeitsplätzen zu messen, etwa im Erd- und Kellergeschoss in Radonvorsorgegebieten. Für private Wohnhäuser gibt es keine Messpflicht.
Quelle: Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) § 127
Mehr dazu zu Messpflicht →Ein natürliches radioaktives Gas aus dem Boden, unsichtbar und geruchlos. Es gelangt über erdberührte Bauteile ins Haus und ist nach dem Rauchen eine der wichtigsten Ursachen für Lungenkrebs.
Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)
Mehr dazu zu Radon →Ein Gebiet, das ein Bundesland festlegt, wenn dort in vielen Gebäuden erhöhte Radonwerte zu erwarten sind. In diesen Gebieten gelten zusätzliche Pflichten, etwa Messungen an bestimmten Arbeitsplätzen.
Quelle: Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) § 121
Mehr dazu zu Radonvorsorgegebiet →Der im Strahlenschutzgesetz genannte Wert von 300 Bq/m³ Radon im Jahresmittel für Aufenthaltsräume und Arbeitsplätze. Er ist kein Grenzwert, sondern die Schwelle, ab der Maßnahmen zur Senkung geprüft werden sollen.
Quelle: Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) §§ 124, 126
Mehr dazu zu Referenzwert →Ein Stück Beton oder Putz, das sich von der Oberfläche gelöst hat. Bei Beton ist häufig rostender Stahl darunter die Ursache.
Mehr dazu zu Abplatzung →Die Betonschicht zwischen Oberfläche und Bewehrung. Sie schützt den Stahl vor Rost, ist sie zu dünn, ist er früher gefährdet.
Mehr dazu zu Betondeckung →Die Stahleinlagen im Beton, die Zugkräfte aufnehmen. Beton und Stahl zusammen ergeben Stahlbeton.
Das Rosten des Stahls im Beton. Rost braucht mehr Platz als Stahl, sprengt den Beton darüber ab und schwächt mit der Zeit den Querschnitt des Stahls.
Mehr dazu zu Bewehrungskorrosion →Ein Messgerät, das von außen und ohne Bohren die Lage der Bewehrung und die Dicke der Betondeckung erfasst.
Mehr dazu zu Bewehrungsscanner →Eine zylindrische Probe, die aus dem Bauteil herausgebohrt wird. An ihr lassen sich Aufbau, Betondeckung und Karbonatisierung direkt ablesen oder im Labor prüfen.
Mehr dazu zu Bohrkern →Ein Bestandteil von Salzen, vor allem von Tausalz. Dringt es bis zur Bewehrung vor, kann es den Stahl auch in sonst intaktem Beton punktuell stark angreifen.
Mehr dazu zu Chlorid →Das wiederholte Gefrieren und Auftauen von Wasser in Poren und Rissen. Eis braucht mehr Platz als Wasser und lockert so nach und nach das Gefüge.
Ein Bereich, in dem sich Beton, Putz oder eine Beschichtung vom Untergrund gelöst hat, obwohl die Oberfläche noch geschlossen ist. Beim Abklopfen klingt er hohl.
Mehr dazu zu Hohlstelle →Weiße Ablaufspuren oder kleine Tropfsteine an Beton. Sie entstehen, wenn Wasser durch Risse sickert und gelösten Kalk an der Oberfläche absetzt, und zeigen damit den Weg des Wassers.
Mehr dazu zu Kalkfahne →Kohlendioxid aus der Luft dringt langsam in den Beton ein und baut seine schützende Alkalität ab. Erreicht diese Zone den Stahl, kann er zu rosten beginnen.
Mehr dazu zu Karbonatisierung →Eine Imprägnierung oder Beschichtung auf dem Beton, die Wasser und gelöste Salze fernhält. In Tiefgaragen ist sie oft befahrbar und muss regelmäßig auf Schäden geprüft werden.
Mehr dazu zu Oberflächenschutz →Streusalz gegen Glätte, meist Natriumchlorid. In Tiefgaragen und auf Parkdecks tragen Fahrzeuge es mit Schnee und Nässe ein, so gelangen Chloride in den Beton.
Mehr dazu zu Tausalz →Ein schmaler Gipsstreifen, der quer über einen Riss gesetzt wird. Reißt der Gips später, bewegt sich der Riss noch.
Mehr dazu zu Gipsmarke →Die Beobachtung eines Risses über Wochen oder Monate mit Messmarken. Sie zeigt, ob sich der Riss noch bewegt oder zur Ruhe gekommen ist.
Mehr dazu zu Rissmonitoring →Ein Riss, der entsteht, wenn Beton, Putz oder Estrich beim Austrocknen schrumpft. Er ist meist fein, oft netzartig und kommt nach einiger Zeit zur Ruhe.
Mehr dazu zu Schwindriss →Das Absinken eines Gebäudes oder Gebäudeteils, weil der Baugrund unter der Last nachgibt. Sinkt es ungleichmäßig, entstehen Setzungsrisse, die oft schräg verlaufen.
Mehr dazu zu Setzung →Der Ingenieur, der die Standsicherheit eines Gebäudes berechnet und nachweist, umgangssprachlich Statiker. Er wird hinzugezogen, wenn ein Schaden die Tragfähigkeit berühren kann.
Die Dokumentation eines Bauzustands mit Fotos und Messwerten, bevor sich etwas ändert, etwa vor einer Baustelle nebenan. Ich erstelle sie als Privatgutachten für meinen Auftraggeber, nicht als neutrale Stelle für beide Seiten.
Mehr dazu zu Beweissicherung →In einer Eigentümergemeinschaft alles, was nicht einem einzelnen Eigentümer allein gehört, zum Beispiel Grundstück, tragende Wände, Dach und Fassade. Über Schäden daran entscheidet die Gemeinschaft.
Quelle: Wohnungseigentumsgesetz (WEG) §§ 1, 5
Mehr dazu zu Gemeinschaftseigentum →Der Teil einer Ausschreibung, der alle Arbeiten als einzelne Positionen mit Mengen beschreibt. Damit werden Angebote verschiedener Firmen vergleichbar.
Mehr dazu zu Leistungsverzeichnis →Ein Gutachten, das eine Partei selbst in Auftrag gibt, im Unterschied zum Gutachten eines vom Gericht bestellten Sachverständigen. Meine Gutachten sind Privatgutachten für den Auftraggeber.
Mehr dazu zu Privatgutachten →Ein schriftlicher Plan, der Ursache, nötige Maßnahmen und deren Reihenfolge festlegt, bevor Firmen beauftragt werden. So lassen sich Angebote vergleichen und unnötige Arbeiten vermeiden.
Mehr dazu zu Sanierungskonzept →In einer Eigentümergemeinschaft die Wohnung oder Räume, die einem Eigentümer allein gehören, mit den Teilen, die er verändern kann, ohne das Gemeinschaftseigentum zu berühren.
Quelle: Wohnungseigentumsgesetz (WEG) §§ 1, 5
Mehr dazu zu Sondereigentum →Hier legen Sie fest, welche Cookies ich verwenden darf. Technisch notwendige Cookies sind immer aktiv, weil die Website ohne sie nicht funktioniert. Ihre Auswahl können Sie jederzeit über das Cookie-Symbol unten links ändern.
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