Salzausblühungen an Wand, Putz und Mauerwerk: was sie bedeuten
Weiße, flockige oder krustige Beläge an Wand, Putz oder Mauerwerk sind meist Salzausblühungen. Sie zeigen, dass Wasser durch das Bauteil wandert und an der Oberfläche verdunstet. Hier lesen Sie, wie Sie Salz von Kalk und Schimmel unterscheiden, was Lage und Form der Ausblühung über die Feuchtequelle verraten und wann eine Salzanalyse sinnvoll ist. Wie man eine salzbelastete Kellerwand saniert, steht im Beitrag zu Salzausblühungen im Keller.
Von Luca Marino Faller, Bausachverständiger aus Nümbrecht
Analysetermin anfragenIst das gefährlich?
Für die Gesundheit: Eine belastbare Fachquelle, nach der die Salzkristalle an der Wand selbst gesundheitsschädlich sind, liegt mir nicht vor. Wichtiger ist die Feuchte dahinter, denn sie kann Schimmel begünstigen. Riecht es muffig, kommt der Geruch meist nicht vom Salz, sondern von Feuchte und mikrobiellem Wachstum. Für die Wand: Beim Auskristallisieren brauchen Salze Platz. Sie sprengen Putz, Farbe und die Oberfläche weicher Steine nach und nach ab, Fugen sanden aus. Viele bauschädliche Salze ziehen außerdem Feuchte aus der Raumluft an. Die Wand bleibt dann feucht, auch wenn kein Wasser mehr nachkommt. Harmlos ist meist ein leichter Schleier, der einmal auftritt und nicht wiederkommt, etwa an neuem Mauerwerk, frischem Putz oder jungem Beton. BauNetz Wissen beschreibt solche Ausblühungen an Beton und Ziegel als meist vorübergehend und ohne Einfluss auf die Dauerhaftigkeit. Ernst nehmen sollten Sie eine Ausblühung, die nach dem Abbürsten wiederkommt, mit der Zeit höher wandert oder bei der Putz und Farbe abplatzen.
Ursachen
Was eine Ausblühung ist: Wasser löst Salze im Mauerwerk, im Mörtel oder aus dem Boden, trägt sie an die Oberfläche und verdunstet dort. Die Salze bleiben als Kristalle zurück. Ohne Feuchtetransport keine Ausblühung. Der Belag zeigt also, wo Wasser verdunstet, nicht unbedingt, wo es herkommt. Salz, Kalk oder Schimmel? So unterscheiden Sie: 1. Bauschädliche Salze: weiß, flaumig wie Watte oder feinkörnig, lassen sich zwischen den Fingern zerreiben und lösen sich in Wasser. Oft sitzen sie am Rand einer feuchten Zone, darunter ist die Wand dunkler. 2. Kalkausblühung: hart, fest haftend, oft als Schleier oder Fahne an Fugen, Rissen oder Beton. Beim Erhärten von Zement und Kalkmörtel wird Calciumhydroxid frei, das mit dem Wasser an die Oberfläche wandert und dort mit dem Kohlendioxid der Luft zu Kalk reagiert (BauNetz Wissen). Kalk löst sich nicht in Wasser. 3. Schimmel: pelzig oder fädig, verschmiert beim Wischen, oft mit muffigem Geruch, häufig an kühlen Ecken und auf organischem Material. Was die Lage verrät: Waagerechter Rand unten an der Wand, innen und an Innenwänden: spricht für aufsteigende Feuchte aus dem Boden. Außen am Sockel bis etwa Spritzwasserhöhe: spricht für Spritzwasser, Pflaster oder Erdreich am Sockel, im Winter auch für Streusalz. Unter Fensterbänken, an Anschlüssen oder an der Wetterseite: spricht für Wasser von außen, etwa durch Schlagregen oder undichte Anschlüsse. Punktuell an einer Stelle, die wächst: spricht für eine Leitung oder einen anderen örtlichen Wassereintrag. Im Keller auf Höhe des Erdreichs: spricht für Wasser von außen durch die Wand. Die Einordnung für den Keller finden Sie im Beitrag zu Salzausblühungen im Keller. Welche Salze es sind: Zu den bauschädlichen Salzen zählen vor allem Sulfate, Nitrate und Chloride. Chloride stammen häufig aus Streusalz, Nitrate aus früherer Tierhaltung oder anderen stickstoffhaltigen Einträgen. Umgangssprachlich heißt fast jede weiße Ausblühung Salpeter, fachlich sind damit Nitrate gemeint. Putz, Klinker und Beton: Auf Klinker und Sichtmauerwerk erscheinen Salze als weißer Schleier. Im Putz führen sie zu mürben Stellen und Abplatzungen, bei dichten Zement- oder Dispersionsschichten oft hinter der Oberfläche. Auf Beton ist ein weißer Belag häufig Kalk und kein bauschädliches Salz.
Was tun?
Bürsten oder saugen Sie den Belag trocken ab und entsorgen Sie ihn. Nicht nass abwaschen, denn dann gehen die Salze wieder in Lösung und wandern zurück in die Wand. Streichen Sie nicht über. Beobachten Sie danach: Fotografieren Sie die Stelle mit Datum und markieren Sie den oberen Rand mit Bleistift. Kommt der Belag nicht wieder, war es oft ein einmaliger Wassereintrag oder Baufeuchte. Kommt er schnell wieder oder wandert der Rand nach oben, kommt weiter Wasser nach. Wann eine Salzanalyse sinnvoll ist: wenn Putz erneuert werden soll, wenn die Wand trotz behobener Ursache feucht bleibt oder wenn unklar ist, welches Putzsystem passt. Dann entnehme ich Proben aus verschiedenen Höhen und Tiefen. Das Labor bestimmt, welche Salze in welcher Menge vorhanden sind. Wichtig: Die Probe sollte von der salzbelasteten Oberfläche stammen, bevor Putz abgeschlagen wird. Nach dem Abschlagen zeigen Proben typischerweise geringere Salzgehalte, die Bewertung fällt dann zu günstig aus. Darauf weist eine Fachveröffentlichung zum WTA-Merkblatt 2-9-20 „Sanierputzsysteme“ hin. Was ich vor Ort mache: Ich messe die Feuchteverteilung mit kapazitivem Messverfahren an mehreren Punkten und in verschiedenen Höhen, dazu Oberflächentemperatur und Raumklima. Salze können die Anzeige solcher Messgeräte erhöhen, deshalb lese ich die Werte immer zusammen mit dem Schadensbild. Der Analysetermin kostet ab 510 € inkl. MwSt. und Anfahrt. Probenentnahme ab 120 € und Laboranalyse ab 75 € je Probe werden gesondert berechnet und vorher mit Ihnen abgestimmt. Erst wenn Ursache und Salzbelastung bekannt sind, lässt sich sagen, ob ein Sanierputz sinnvoll ist oder ob zuerst die Feuchtequelle abgestellt werden muss. Quellen: BauNetz Wissen, Glossar Ausblühungen. bba 11-12/2023, Beitrag zum WTA-Merkblatt 2-9-20/D „Sanierputzsysteme“.
Häufig gestellte Fragen
Eine Fachquelle, nach der die Salzkristalle selbst die Gesundheit gefährden, liegt mir nicht vor. Wichtiger ist die Feuchte, die hinter der Ausblühung steckt, denn sie kann Schimmel begünstigen. Für Putz und Mauerwerk sind die Salze dagegen schädlich, weil sie beim Auskristallisieren das Gefüge sprengen.
Oft ja. An neuem Mauerwerk, frischem Putz oder jungem Beton tritt häufig ein leichter Schleier auf, meist Kalk oder Salze aus der Baufeuchte. Kommt er nach dem trockenen Abbürsten nicht wieder, ist er in der Regel harmlos. Wächst er oder platzt Putz ab, kommt weiter Wasser in die Wand.
Das Labor bestimmt, welche bauschädlichen Salze in der Probe sind, vor allem Sulfate, Nitrate und Chloride, und in welcher Menge. Daraus ergibt sich, wie stark der Putz belastet ist und welches Putzsystem passt. Die Probe sollte von der belasteten Oberfläche stammen, bevor Putz abgeschlagen wird.
Einsatzgebiet
Mein Büro liegt in Nümbrecht im Oberbergischen Kreis. Von hier aus fahre ich zu Vor-Ort-Terminen in die ganze Region.
Ich betreue Kunden in Gummersbach, Wiehl, Nümbrecht, Olpe, Hagen, Lüdenscheid, Attendorn, Herscheid, Overath, Engelskirchen und Waldbröl sowie in Köln, Bonn, Dortmund und Siegen sowie im weiteren Umland.
Ich kenne die typischen Bauweisen und Schadensbilder der Region, vom Fachwerkhaus bis zum Nachkriegsbau.
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Das kläre ich mit Ihnen.
Je früher die Ursache feststeht, desto kleiner bleibt meist der Schaden.
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Aus der Praxis
Ein Fall aus meiner Arbeit
Echte Gutachten, anonymisiert: was ich gemessen habe, was ich ausgeschlossen habe und was ich empfohlen habe.
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Privat · Oberbergischer Kreis · Kurzgutachten
Salz und Feuchte im Bruchsteinkeller: Ist das Haus in Gefahr?
Feuchte, Salze und abplatzender Putz, aber keine statisch relevanten Risse. Zwei Sanierungswege im Vergleich, empfohlen ist die Innenabdichtung.
- Sanierungswege verglichen
- 2
- Höhe der Paraffin-Horizontalsperre in den Innenwänden
- 50 cm
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