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- Fall 06
Aus der Praxis · Keller · Feuchte
Salz und Feuchte im Bruchsteinkeller: Ist das Haus in Gefahr?
- Auftraggeber
- Privat
- Objekt
- Wohnhaus mit Bruchsteinkeller
- Ort
- Oberbergischer Kreis
- Leistung
- Kurzgutachten
- Zeitraum
- Oktober 2026
Ergebnis in Kürze
In einem alten Bruchsteinkeller blühten Salze aus, der Putz platzte ab und die Wände waren unten feucht. Die Auftraggeberin wollte wissen, ob die Standsicherheit leidet und wie man saniert. Ursache ist Feuchte, die kapillar aus Fundament und Erdreich aufsteigt, weil die Bauweise keine Abdichtung kennt. Die Standsicherheit ist nicht gefährdet. Ich habe zwei Sanierungswege verglichen und die Innenabdichtung empfohlen.
- Sanierungswege verglichen
- 2
- Höhe der Paraffin-Horizontalsperre in den Innenwänden
- 50 cm
- statisch relevanten Risse oder Setzungen
- Keine
Ausgangslage
Worum es ging
Ein älteres Wohnhaus mit Keller aus Bruchsteinmauerwerk. An den Wänden zeigten sich Salzausblühungen, abplatzender Putz und Feuchte im unteren Bereich.
Die Auftraggeberin hatte zwei Fragen: Ist das Haus durch die Schäden gefährdet, und wie lässt sich der Keller sinnvoll sanieren?
01 · Befund
Was ich vor Ort festgestellt habe
Die Kellerwände zeigten das typische Bild von aufsteigender Feuchte und Salzbelastung.
-
Bruchstein auf Streifenfundamenten
Die Kellerwände sind aus Bruchsteinmauerwerk, teilweise mit Ziegelstreifen. Vollziegel und Kalkmörtel leiten Feuchte gut weiter.
-
Nachträgliche Bodenplatte
Der Betonboden wurde später zwischen die Wände gegossen, ohne Abdichtung darunter.
-
Feuchte im unteren Wandbereich
Ausgehend vom Fundament, dazu Salzausblühungen an der Oberfläche.
-
Putzschäden
Abplatzungen und mürber, absandender Putz genau in der Zone, in der die Feuchte verdunstet.
-
Keine statischen Schäden
Keine Hinweise auf statisch relevante Risse, Verformungen oder Setzungen.
Standsicher

Abb. 1Prinzipschnitt: Wände auf Streifenfundamenten, Bodenplatte nachträglich dazwischen.
02 · Bewertung
Wie ich bewertet habe
Bauweise hergeleitet, Standsicherheit eingeschätzt.
Der Keller entspricht der Bauweise, die im Bergischen Land bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts üblich war: Bruchstein in Kalkmörtel auf Streifenfundamenten, ohne Abdichtung gegen Bodenfeuchte. Betroffen sind Putz, Fugen und Oberflächen, nicht die Tragfähigkeit. Ohne Sanierung schreitet der Schaden aber fort, deshalb sollte sie mittel- bis langfristig geplant werden.
03 · Ursache
Woher der Schaden kommt
Die Ursache liegt in der Bauweise selbst. Solche Keller waren als kühle, feuchte Lagerräume gedacht. Probleme entstehen meist erst durch heutige Nutzung, dichte Putze und Anstriche.
- Hauptursache
Kapillar aufsteigende Feuchte
Bodenfeuchte zieht über die Streifenfundamente und seitlich aus dem Erdreich in die Wände. Eine Horizontal- oder Vertikalabdichtung gibt es nicht.
- verstärkend
Bodenplatte ohne Abdichtung
Die nachträgliche Betonplatte dichtet den Boden nach oben ab. Die Feuchte kann dort nicht mehr abtrocknen und weicht in die Wände aus.
- verstärkend
Bauschädliche Salze
Mit dem Wasser wandern Nitrate und Sulfate nach oben. Beim Verdunsten kristallisieren sie, nehmen an Volumen zu und sprengen den Putz ab. Zusätzlich ziehen sie Feuchte aus der Raumluft an.
Die Schäden sind eine typische Folge der historischen Bauweise und kein Hinweis auf ein Problem mit der Standsicherheit.

Abb. 2Aufsteigende Feuchte trägt gelöste Salze bis in die Verdunstungszone. 
Abb. 3Beim Verdunsten kristallisieren die Salze und sprengen den Putz ab.
Geprüft und ausgeschlossen
Was ich ausgeschlossen habe
Ein Schaden hat oft mehrere mögliche Ursachen. Bevor ich eine Ursache benenne, prüfe ich die anderen und sage, warum sie nicht passen.
Gefährdete Standsicherheit
Es gab keine statisch relevanten Risse, Verformungen oder Setzungen. Betroffen sind Putz, Fugen und Oberflächen, nicht die Tragfähigkeit der Wände.
Neuer Putz als Lösung
Normaler Putz würde ohne Behandlung der Ursache in kurzer Zeit wieder abplatzen, weil Feuchte und Salze weiter nachkommen.
04 · Empfehlung
Was zu tun ist
Warum innen statt außen
Eine Außenabdichtung ist technisch die vollständigste Lösung, braucht aber eine Ausschachtung bis zum Fundament und erfasst die Innenwände nicht. Die Innenabdichtung kommt ohne Erdarbeiten aus und behandelt die Innenwände mit.
Putz abnehmen
Salzbelasteten Putz bis etwa 80 cm über die sichtbare Schadensgrenze entfernen, lose Fugen auskratzen.
Horizontalsperre in den Innenwänden
Paraffin-Injektion über einer Bohrlochreihe dicht über der Bodenplatte. Das erhitzte Paraffin verschließt die Kapillaren dauerhaft.
Außenwände innen abdichten
Flexible polymermodifizierte Dickbeschichtung in zwei Lagen mit Dichtkehle am Übergang zur Bodenplatte, darauf Kalkzementputz.
Sanierputz und offener Anstrich
An den Innenwänden ein Sanierputzsystem, das restliche Salze einlagert, wegen der belasteten Ziegel gegebenenfalls zweilagig. Zum Schluss ein diffusionsoffener mineralischer Anstrich, keine Dispersionsfarbe.
In Bauabschnitten
Die Innenabdichtung geht Raum für Raum. Zuerst Waschkeller und Lagerräume, weil dort Feuchte und Schimmel am meisten schaden. Die übrigen Räume können später folgen.
Wie es weiterging
Die Auftraggeberin weiß jetzt, dass das Haus nicht gefährdet ist und die Sanierung geplant werden kann, statt überstürzt zu handeln. Geplant ist die Innenabdichtung in Bauabschnitten, Raum für Raum, beginnend mit Waschkeller und Lager.

Abb. 4Variante A: Außenabdichtung mit Horizontalsperre, nur mit Ausschachtung möglich. 
Abb. 5Variante B: Innenabdichtung der Außenwand mit Hohlkehle zur Bodenplatte. 
Abb. 6Wand-Sohlen-Anschluss bei nachträglich eingebrachter Bodenplatte. 
Abb. 7Paraffin-Horizontalsperre in einer Innenwand: bohren, vortrocknen, injizieren.
Transparenz
Grenzen der Untersuchung
- Visuelle Begutachtung am Ortstermin, keine Bauteilöffnung.
- Vor der Ausführung empfehle ich, Feuchtegehalt und Salzbelastung an Materialproben zu bestimmen, um Sanierputz und Abdichtung genau abzustimmen.
- Kosten waren nicht Gegenstand des Kurzgutachtens.
Bewertet unter anderem nach
- DIN 18533
- WTA-Merkblatt 4-6
- WTA-Merkblatt 4-4
Der Fall ist anonymisiert: ohne Namen, Adressen und beteiligte Firmen. Die Zeichnungen sind schematisch.
Ihr Fall
Salz und Feuchte im alten Keller?
Ich sehe mir den Keller an, erkläre Ihnen Ursache und Standsicherheit und vergleiche die Wege, ihn zu sanieren. Auf Wunsch plane ich die Sanierung als Konzept mit Leistungsverzeichnis.
- Analysetermin vor Ort
- ab 510 €
- Gutachten
- ab 1.370 €
- Sanierungskonzept
- ab 1.890 €
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