Blog · ca. 5 Minuten · June 15, 2026
Ein feuchter Saum knapp über dem Boden, darüber Salzränder: So sieht aufsteigende Feuchte meist aus. Wie sie entsteht, wie man sie sicher erkennt und welche Sperrverfahren es gibt.

Aufsteigende Feuchte ist vor allem ein Thema älterer Gebäude. Viele Häuser, die vor einigen Jahrzehnten gebaut wurden, haben keine oder nur eine inzwischen unwirksame Sperrschicht zwischen Fundament und aufgehendem Mauerwerk. Das Wasser aus dem Erdreich hat dann freie Bahn nach oben.
Mauerwerk, Mörtel und Putz sind von feinen Poren durchzogen. In diesen Kapillaren wird Wasser – ähnlich wie in einem Stück Würfelzucker, das man in den Kaffee hält – entgegen der Schwerkraft nach oben gesaugt. Wie hoch es steigt, hängt vom Baustoff, vom Wasserangebot im Boden und davon ab, wie viel Feuchte an der Wandoberfläche wieder verdunsten kann. Wird die Verdunstung durch dichte Anstriche, Fliesen oder Sperrputze behindert, steigt die Feuchte oft noch höher.
Handelsübliche Feuchtemessgeräte zeigen an der Oberfläche auch dann hohe Werte, wenn nur Salze im Putz Feuchtigkeit aus der Raumluft ziehen oder Kondensat an der Wand steht. Ob tatsächlich Wasser von unten nachkommt, zeigt erst ein Feuchteprofil: Proben aus unterschiedlichen Höhen und Tiefen der Wand, die im Labor oder mit geeigneten Verfahren ausgewertet werden. Nimmt die Feuchte im Kern der Wand von unten nach oben ab, ist das ein starkes Indiz für aufsteigende Feuchte.
Eine Horizontalsperre wirkt nur gegen aufsteigende Feuchte. Kommt das Wasser in Wahrheit seitlich durch die Wand oder schlägt es sich als Kondensat nieder, bleibt die teure Sperre wirkungslos. Deshalb steht vor jeder Sperre die Frage, ob die Feuchte wirklich von unten kommt – mehr dazu im Überblick Nasse Wände im Keller: Ursachen erkennen und auf unserer Seite zu Feuchteschäden.
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