Blog · ca. 6 Minuten · June 12, 2026
Feuchtigkeit messen im Bruchstein: Warum Messgeräte an Natursteinwänden oft „nass“ zeigen und wie Vergleichsmessung und Bohrmehlprobe ein belastbares Bild geben.

Kurz gesagt: Wer Feuchtigkeit im Bruchstein messen will, bekommt mit einem Oberflächengerät oft überall „nass“ angezeigt. Das liegt nicht unbedingt an der Wand, sondern an Salzen, an der Oberfläche und am Wechsel von Stein und Fuge. Belastbar wird es erst mit vielen Vergleichspunkten und, wo nötig, mit Bohrmehlproben aus der Tiefe.
Viele Eigentümer kaufen sich ein Feuchtemessgerät, halten es an die Kellerwand und erschrecken. Das ist verständlich, aber meist kein Grund zur Sorge. Ein Bruchsteinkeller ist ohnehin selten ganz trocken, und ein Gerätewert allein sagt wenig darüber, ob die Wand ein Problem hat. Hier erkläre ich, warum das so ist und wie ich an Natursteinwänden messe.
Diese Zeichen sprechen dafür, dass die Zahl auf dem Display mehr über die Messbedingungen sagt als über die Wand:
Die meisten Handgeräte messen nicht den Wassergehalt selbst, sondern eine elektrische Eigenschaft der Wand nahe der Oberfläche. Der Sachstandsbericht der WTA-Arbeitsgruppe zur Feuchtemessung, eines Fachverbands für Bauwerkserhaltung, ordnet solche zerstörungsfreien Verfahren so ein: Ohne Kalibrierung auf den jeweiligen Baustoff liefern sie nur qualitative Aussagen, also mehr oder weniger feucht, aber keinen belastbaren Wassergehalt. Bei Bruchstein kommen drei Dinge dazu.
Eine Bruchsteinwand besteht aus Naturstein, Kalkmörtel und im Inneren oft aus Hohlräumen und losen Füllungen. Jedes Material reagiert anders auf das Gerät. Ein Wert auf dem Stein und einer auf der Fuge sind deshalb nicht direkt vergleichbar.
In vielen Kellerwänden stecken Salze. Nach dem WTA-Sachstandsbericht überlagern gelöste Salze bei vielen elektrischen Messverfahren den Einfluss der Feuchte erheblich. Das Gerät zeigt dann „nass“, obwohl ein Teil des Signals vom Salz kommt. Salze ziehen außerdem Feuchte aus der Luft und halten die Oberfläche feucht. Mehr dazu im Beitrag Hygroskopische Feuchte.
Handgeräte erfassen vor allem den Bereich nahe der Oberfläche. Schlägt sich warme Luft an der kühlen Wand nieder, ist die Oberfläche feucht, der Kern aber nicht unbedingt. Der Wert sagt dann wenig darüber, ob Wasser von außen oder von unten in die Wand kommt.
Ich nutze mehrere Verfahren nacheinander. Jedes beantwortet eine andere Frage.
Auch mein Gerät misst zerstörungsfrei, mit einem kapazitiven Verfahren. Ich nutze es für das, was es kann: Feuchteunterschiede sichtbar machen. Ich messe an vielen Punkten, in mehreren Höhen und an allen Wänden und möglichst immer auf vergleichbarem Material. Entscheidend ist das Muster, nicht die einzelne Zahl. Nimmt die Feuchte nach unten zu, an der Bergseite oder rund um ein Fallrohr? Daraus ergibt sich, wo eine Probe sinnvoll ist.
Ich messe Wandtemperatur, Raumtemperatur und Luftfeuchte. So lässt sich einschätzen, ob sich an der Wand Kondensat bilden kann, also Wasser aus der Raumluft, das sich an kühlen Flächen niederschlägt.
Für belastbare Werte aus der Tiefe bohre ich an festgelegten Stellen und fange das Bohrmehl auf, je nach Fall aus dem Stein oder aus der Fuge. Nach Absprache bestimme ich den Wassergehalt vor Ort mit der CM-Methode: Das Bohrmehl reagiert in einem Druckbehälter mit Calciumcarbid, der Druck zeigt den Wassergehalt. Alternativ geht die Probe luftdicht verpackt ins Labor und wird dort ausgewertet. Der WTA-Sachstandsbericht zählt die CM-Methode zu den direkten Verfahren, die den Wassergehalt unmittelbar bestimmen. Proben aus mehreren Höhen und Tiefen ergeben ein Feuchteprofil, das zeigt, woher das Wasser kommt. Mehr zur Feuchtemessung im Mauerwerk.
Ist ein neuer Putz geplant oder halten Salze die Wand feucht, lasse ich die Salzbelastung im Labor bestimmen. Sie entscheidet mit darüber, welches Putzsystem passt. Mehr zur Salzanalyse.
Was Messwerte an Wänden allgemein bedeuten, folgt im Beitrag „Wie feucht darf eine Wand sein? Was Messwerte wirklich bedeuten“. Wann eine Wand nach einer Trocknung als trocken gilt, erkläre ich im Beitrag Wann ist die Wand wirklich trocken? Warum jede Trocknung mit einer Messung endet.
Eher nicht nötig ist eine Messung durch mich, wenn der Keller als Lager dient, die Wände seit Jahren gleich aussehen und nichts Empfindliches darin steht. Ihr eigenes Gerät können Sie dann nutzen, um an immer denselben Stellen Veränderungen über die Zeit zu verfolgen. Das sage ich offen.
Sinnvoll ist eine fachliche Messung vor einer Sanierung, vor einem Ausbau, vor einem Kauf oder wenn ein Schaden zurückkommt. Beim Analysetermin messe ich vor Ort und bespreche das Ergebnis mündlich mit Ihnen. Er dauert 1 bis 4 Stunden und kostet ab 510 € inkl. MwSt. und Anfahrt. Proben nehme ich beim Analysetermin nicht. Braucht es Bohrmehl oder eine Salzanalyse, kostet die Probenentnahme ab 120 € je Beprobung und die Laboranalyse ab 75 € je Probe, jeweils inkl. MwSt., gesondert berechnet und vorher mit Ihnen besprochen. Weitere Hinweise für Eigentümer finden Sie auf der Seite für Privateigentümer.
Je nach Fall im Stein oder in der Fuge. Die Stellen lege ich nach Wand und Fragestellung fest und bespreche sie vorher mit Ihnen. Ziel ist, dass sich aus den Proben ein Profil ergibt.
Wenige Millimeter bis etwa einen Zentimeter.
Die Probenentnahme mit CM-Messung vor Ort kostet ab 120 € je Beprobung inkl. MwSt. Laboranalysen kosten ab 75 € je Probe. Beides kommt zum Termin hinzu und wird vorher abgestimmt.
Ja, für Vergleiche. Markieren Sie sich feste Punkte und messen Sie dort in Abständen. Steigen die Werte an einer Stelle über die Zeit, ist das ein Hinweis. Eine Ursache oder eine Sanierungsentscheidung lässt sich daraus allein nicht ableiten.
Ihr Messgerät zeigt „nass“, und Sie wissen nicht, was das heißt? Schreiben Sie mir kurz, wo Sie gemessen haben und was Sie sehen, gern mit Fotos. Ich sage Ihnen, ob eine Messung vor Ort sinnvoll ist oder ob Sie sich das sparen können. Mein Büro liegt in Nümbrecht, ich bin im Oberbergischen Kreis und Umgebung unterwegs. Den Überblick über Verfahren für Natursteinwände gibt der Beitrag Bruchsteinkeller sanieren, wie ich bei Feuchte allgemein vorgehe, steht auf der Seite Feuchtigkeitsschaden. Mehr zu Bruchsteinkellern folgt auf der Seite „Bruchsteinkeller“. Sie erhalten werktags innerhalb von 24 Stunden eine Rückmeldung, einen Vor-Ort-Termin in der Regel innerhalb von 1 bis 2 Wochen. Termin anfragen
Beschreiben Sie kurz, was Sie beobachten, oder rufen Sie mich an. Ich melde mich werktags innerhalb von 24 Stunden und bespreche die nächsten Schritte.
Die Anfrage ist unverbindlich.


Nasse Wände, feuchter Keller, Salzränder am Putz:
Ich messe und unterscheide, ob Feuchte aufsteigt, von außen eindringt oder als Kondensat entsteht. Davon hängt ab, welche Sanierung überhaupt hilft.

Nicht jeder Riss ist gefährlich. Ich bewerte Verlauf und Breite und sage Ihnen, ob der Riss nur optisch stört, beobachtet werden sollte oder ein Statiker ihn prüfen muss.

Radon ist ein radioaktives Gas, das man weder sieht noch riecht.
Ich messe die Belastung in Ihren Räumen, vergleiche sie mit dem gesetzlichen Referenzwert von 300 Bq/m³ und sage Ihnen, ob Maßnahmen nötig sind.

Schimmel ist meist nur das Symptom. Ich kläre, ob Feuchtigkeit von außen, eine Wärmebrücke oder das Lüften dahintersteckt, damit er nach dem Entfernen nicht wiederkommt.

Abplatzungen, Rostfahnen, freiliegende Bewehrung:
Ich beurteile, wie weit die Korrosion fortgeschritten ist und welche Instandsetzung die Bausubstanz dauerhaft sichert.

Ein feuchter Keller hat selten nur eine Ursache. Ich prüfe Abdichtung, Wände und Nutzung und zeige Ihnen, welche Maßnahme zu Ihrem Keller passt und welche Sie sich sparen können.

Streusalz, undichte Fugen, Risse in der Bodenplatte: Ich untersuche Ihre Tiefgarage. Eigentümergemeinschaften und Verwaltungen erhalten eine belastbare Grundlage für Beschluss und Sanierung.

Feuchte Flecken unter der Platte, lose Fliesen, rostiges Geländer: Ich prüfe Abdichtung, Gefälle und Anschlüsse und sage Ihnen, ob eine Reparatur reicht oder der Aufbau erneuert werden muss.