Blog · ca. 5 Minuten · July 9, 2026
Nicht jeder Riss ist gefährlich – entscheidend ist, ob er sich noch bewegt. Wie man Setzungs- und Schwindrisse unterscheidet und Rissbewegungen zuverlässig beobachtet.

Ein neuer Riss in der Wand beunruhigt fast jeden Eigentümer. Die wichtigste Frage ist dabei oft nicht, wie breit er ist, sondern ob er noch arbeitet. Ein alter, zur Ruhe gekommener Riss ist meist ein kosmetisches Thema. Ein Riss, der wächst, zeigt dagegen, dass im Gebäude etwas in Bewegung ist.
Baustoffe wie Putz, Beton oder Estrich verlieren beim Austrocknen Wasser und ziehen sich dabei zusammen. Die dabei entstehenden Risse sind in der Regel fein, oft netzartig verzweigt und treten in den ersten Jahren nach dem Bau oder einer Sanierung auf. Sie kommen meist nach einiger Zeit zur Ruhe.
Setzt sich ein Teil des Gebäudes stärker als ein anderer, entstehen Spannungen in der Konstruktion. Typische Merkmale von Setzungsrissen:
Eine Gipsmarke ist ein kleiner Gipsstreifen, der quer über den Riss aufgebracht und mit Datum beschriftet wird. Gips ist spröde und reißt schon bei kleinsten Bewegungen. Bleibt die Marke über Wochen und Monate unversehrt, spricht das dafür, dass der Riss zur Ruhe gekommen ist. Reißt sie, arbeitet der Riss weiter.
Ein Rissmonitor besteht aus zwei gegeneinander verschiebbaren Skalen, die auf beiden Seiten des Risses befestigt werden. Er zeigt nicht nur, ob sich der Riss bewegt, sondern auch wie stark und in welche Richtung – bis in den Zehntelmillimeter. Über einen längeren Zeitraum abgelesen, lassen sich damit auch jahreszeitliche Bewegungen erkennen.
Viele Gebäude bewegen sich mit Temperatur und Bodenfeuchte leicht im Jahresverlauf. Aussagekräftig ist eine Beobachtung deshalb erst über einen ausreichend langen Zeitraum. Wer vorschnell verpresst oder überputzt, verdeckt genau die Information, die für die Beurteilung nötig ist. Weitere Merkmale nennt der Beitrag Risse im Putz: Fünf Merkmale, die verraten, ob Sie handeln müssen. Mehr auf unserer Seite zur Risssanierung.
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