Blog · ca. 7 Minuten · October 4, 2026
Im Winter reichert sich Radon stärker in Innenräumen an. Warum Sie die Messung jetzt beginnen sollten, wie lange sie dauert und was die BfS-Karten nicht zeigen.

Kurz gesagt: Die Heizperiode ist der beste Zeitpunkt, um mit einer Radonmessung zu beginnen. Weil Fenster und Türen jetzt meist geschlossen bleiben, reichert sich Radon in Innenräumen stärker an als im Sommer. Eine Messung über die kalte Jahreszeit unterschätzt die Belastung deshalb nicht. Liegt der Wert im Winter niedrig, können Sie ziemlich sicher sein, dass er es auch im Rest des Jahres ist.
Radon ist ein radioaktives Edelgas aus dem Boden, das man weder sieht noch riecht. In den meisten Häusern ist die Konzentration unauffällig, doch das zeigt nur eine Messung. Wer im Herbst anfängt, hat im Frühjahr ein belastbares Ergebnis.
Radon selbst können Sie nicht erkennen, es gibt keine Warnzeichen. Erkennen können Sie aber, ob sich eine Messung bei Ihnen besonders lohnt:
Radon entsteht im Boden beim Zerfall von Uran und gelangt über undichte Stellen in erdberührten Bauteilen ins Haus. Wie viel sich drinnen ansammelt, hängt stark davon ab, wie oft die Luft ausgetauscht wird. In der Heizperiode ändern sich dafür gleich mehrere Dinge:
Für die Bewertung zählt der Jahresmittelwert. Das Strahlenschutzgesetz nennt für Aufenthaltsräume einen Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m³) im Jahresmittel. Ein Referenzwert ist kein Grenzwert, sondern eine Schwelle, ab der Sie handeln sollten. Das BfS empfiehlt drei bis zwölf Monate Messdauer, am besten ein volles Jahr. Wer kürzer misst, sollte das im Winter tun, damit der Jahreswert nicht unterschätzt wird. Eine Langzeitmessung über 3 bis 9 Monate, die im Oktober oder November beginnt, deckt die kalte Jahreszeit gut ab.
Das BfS hat seine Karte zu Radon in der Bodenluft im Juli 2026 aktualisiert (Stand 24.07.2026). Sie schätzt Werte auf einem Raster von einem mal einem Kilometer, und das BfS betont selbst, dass sich daraus nichts für einzelne Gebäude oder Grundstücke ableiten lässt. In ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage (Bundestagsdrucksache 21/7465, August 2026) bestätigt die Bundesregierung, dass eine grundstücksgenaue Bestimmung in der Regel nicht möglich ist. Im Prognosemodell des BfS für Wohnungen wiegen die Eigenschaften des Gebäudes sogar schwerer als der Boden. Die Karte gibt also eine erste Orientierung, ersetzt aber keine Messung.
Auf ein kostenloses Leihgerät vom Bund sollten Sie nicht warten: Laut derselben Antwort ist kein bundesweites Leihprogramm geplant. Die großen Messprogramme des Landes NRW für Wohnhäuser waren regional begrenzt, zuletzt auf Arnsberg, Sundern und Balve sowie auf das Hohe Venn und die Nordeifel. Warum es in NRW keine Radonvorsorgegebiete gibt und was das bedeutet, lesen Sie im Beitrag Keine Radonvorsorgegebiete in NRW.
Der Messwert ist nur so gut wie die Messung. Wenn ich eine Radonmessung anlege oder ein vorhandenes Ergebnis einordne, achte ich auf diese Punkte:
Am Ende steht eine klare Aussage, ob Handlungsbedarf besteht. Wenn ja, folgt eine Empfehlung, welche Maßnahme zur Ursache passt.
Eher nicht nötig ist ein Sachverständiger, wenn Sie nur wissen möchten, ob in Ihrem Haus überhaupt nennenswert Radon vorkommt. Dafür reicht oft ein passives Messgerät, ein kleiner Behälter ohne Strom, den Sie selbst aufstellen und einschicken. Laut BfS kostet das mit Auswertung 30 bis 50 Euro, anerkannte Anbieter listet das BfS auf. Liegt der Winterwert deutlich unter dem Referenzwert, ist in der Regel nichts weiter zu tun.
Sinnvoll ist eine fachliche Einschätzung,
Ja, wenn Sie ein volles Jahr messen. Eine kurze Messung nur in den warmen Monaten unterschätzt die Belastung dagegen meist.
Kein Grund zur Panik. Der Referenzwert gilt für das Jahresmittel, und Winterwerte liegen meist darüber. Ein erhöhter Winterwert ist aber ein klarer Hinweis, dass Sie handeln sollten. Oft helfen schon konsequentes Lüften und dichte Durchführungen. Ob das reicht, zeigt eine Kontrollmessung.
Nein. Die Karten sind Prognosen für Rasterflächen oder Gemeinden. Das BfS weist selbst darauf hin, dass sie keine Aussage über einzelne Gebäude erlauben. Wie das Gas in NRW verteilt ist, beschreibt der Beitrag Radon in NRW: Wo das Gas vorkommt.
Für eine erste Orientierung können Sie selbst messen. Bei mir umfasst die Radonmessung das Aufstellen und Abholen des Geräts, die Auswertung mit kurzem schriftlichem Ergebnis sowie eine Begehung mit Maßnahmenempfehlung. Sie kostet 390 Euro, wenn ich das Gerät beim Analysetermin aufstelle, und 890 Euro, wenn dafür ein eigener Termin nötig ist (jeweils inklusive MwSt.). Sinnvoll ist sie vor allem dann, wenn Sie das Ergebnis fachlich einordnen lassen möchten oder ein erhöhter Wert geklärt werden muss. Welche Variante zu Ihrer Frage passt, bespreche ich vorher mit Ihnen. Mehr dazu auf der Seite Radonmessung.
Sie möchten Ihre Radonmessung in dieser Heizperiode beginnen oder ein vorhandenes Ergebnis einordnen lassen? Als Bausachverständiger kläre ich das neutral, im Oberbergischen Kreis und Umgebung. Wie ich beim Thema Radon vorgehe, lesen Sie auf der Seite Radon. Weitere Hinweise für Ihre Situation finden Sie auf der Seite für Privateigentümer. Sie erhalten werktags innerhalb von 24 Stunden eine Rückmeldung, einen Vor-Ort-Termin in der Regel innerhalb von 1–2 Wochen.
Quellen: Bundesamt für Strahlenschutz, Radon-Messung (Stand 09.03.2026); BfS, Radon in der Bodenluft (Stand 24.07.2026); Antwort der Bundesregierung, BT-Drucksache 21/7465 (03.08.2026); Zentrale Radonstelle des Landes NRW (Messprogramme).
Beschreiben Sie kurz, was Sie beobachten, oder rufen Sie mich an. Ich melde mich werktags innerhalb von 24 Stunden und bespreche die nächsten Schritte.
Die Anfrage ist unverbindlich.


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Ich messe und unterscheide, ob Feuchte aufsteigt, von außen eindringt oder als Kondensat entsteht. Davon hängt ab, welche Sanierung überhaupt hilft.

Nicht jeder Riss ist gefährlich. Ich bewerte Verlauf und Breite und sage Ihnen, ob der Riss nur optisch stört, beobachtet werden sollte oder ein Statiker ihn prüfen muss.

Radon ist ein radioaktives Gas, das man weder sieht noch riecht.
Ich messe die Belastung in Ihren Räumen, vergleiche sie mit dem gesetzlichen Referenzwert von 300 Bq/m³ und sage Ihnen, ob Maßnahmen nötig sind.

Schimmel ist meist nur das Symptom. Ich kläre, ob Feuchtigkeit von außen, eine Wärmebrücke oder das Lüften dahintersteckt, damit er nach dem Entfernen nicht wiederkommt.

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