Blog · ca. 6 Minuten · September 25, 2026
Kierspe hat mit 173 Bq/m³ den dritthöchsten Radon-Schätzwert in NRW. Warum das kein Messwert für Ihr Haus ist und wie Sie selbst günstig nachmessen.

Kurz gesagt: Kierspe hat mit 173 Becquerel pro Kubikmeter den dritthöchsten Radon-Schätzwert des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) unter den 396 Gemeinden in NRW, das ergibt meine Auswertung der BfS-Daten. Der Wert ist ein Modell für den Durchschnitt der Gemeinde, kein Messwert für Ihr Haus. Klarheit bringt nur eine Messung über mehrere Monate, am besten im Winter.
Radon ist ein radioaktives Edelgas aus dem Untergrund, das über Keller und Bodenplatte in Häuser gelangen kann. In den meisten Häusern bleibt es unauffällig. Hier erkläre ich, was der Wert für Kierspe bedeutet und wie Sie mit wenig Aufwand herausfinden, wie es bei Ihnen aussieht.
Radon selbst bemerken Sie nicht. Diese Merkmale machen eine Messung aber besonders lohnend:
Kierspe liegt in einer Gruppe von Gemeinden, die nach meiner Auswertung der BfS-Daten alle auffällig hohe Schätzwerte haben. Nachbarn sind Meinerzhagen mit dem höchsten Wert in NRW, Marienheide mit dem höchsten Wert im Oberbergischen Kreis, Wipperfürth, Halver und Lüdenscheid. Auf Platz 2 in NRW steht Hallenberg im Hochsauerlandkreis mit 179 Bq/m³, Kierspe folgt mit 173. Der Median aller NRW-Gemeinden liegt bei 50.
Was das BfS dabei schätzt, ist der durchschnittliche Wert in den Wohnungen der Gemeinde, berechnet aus Messdaten sowie Naturraum- und Gebäudeeigenschaften. Aussagen über einzelne Gebäude lassen sich daraus laut BfS nicht ableiten. Messergebnisse aus Kierspe selbst habe ich in öffentlichen Quellen nicht gefunden.
Ein Durchschnitt sagt auch wenig darüber, wie viele Häuser über dem Referenzwert liegen. Arnsberg hat einen BfS-Schätzwert von nur 65, im Messprogramm des Landes lagen dort trotzdem 8 Prozent der Gebäude über 300 Bq/m³. In der Nordeifel lagen in Hürtgenwald 16 Prozent der gemessenen Wohnhäuser darüber, im Nachbarort Simmerath mit höherem Schätzwert rund 5 Prozent.
Der Maßstab ist der Referenzwert von 300 Bq/m³ im Jahresmittel nach § 124 Strahlenschutzgesetz für Aufenthaltsräume und § 126 für Arbeitsplätze. NRW hat keine Radonvorsorgegebiete, wie das Land im Januar 2021 mitgeteilt hat. Eine Messpflicht für Wohnhäuser gibt es in Kierspe also nicht. Wie Radon in NRW verteilt ist, beschreibt der Beitrag Radon in NRW: Wo es vorkommt.

Bevor Sie jemanden beauftragen, können Sie selbst messen. Ich halte das für einen guten Anfang. Das Verfahren ist einfach: Ein passives Messgerät, ein sogenanntes Exposimeter, ist eine kleine Dose mit Filter und Detektorfolie. Radon gelangt hinein, sein Zerfall hinterlässt winzige Spuren auf der Folie, die das Labor später auszählt.
Die Zentrale Radonstelle NRW gibt an Privathaushalte kostenlose Messgeräte für eine 12-monatige Messung aus, ohne genannte regionale Einschränkung. Die Kontaktdaten stehen auf radon.nrw.de. Wer nicht warten möchte, bestellt Dosen bei einem vom BfS anerkannten Messlabor, laut Verbraucherzentrale NRW für etwa 30 bis 50 Euro pro Messung.
Eine solche Langzeitmessung bildet die mittlere Belastung zuverlässig ab. Sie zeigt aber nicht, wann die Werte steigen, ob Ihr Lüften wirkt und woher das Radon kommt. Mehr dazu im Beitrag Radonmessung im Winter.
Liegt Ihr Ergebnis hoch oder bleiben Fragen offen, gehe ich der Ursache nach:
Ich bin keine vom BfS anerkannte Stelle. Meine Messung dient der Orientierung und der Ursachensuche, nicht als gesetzliche Pflichtmessung am Arbeitsplatz.
Nicht nötig ist ein Sachverständiger, solange Sie nur wissen wollen, ob Radon in Ihrem Haus eine Rolle spielt. Dafür genügt die Messdose.
Sinnvoll ist meine Prüfung, wenn das Ergebnis über oder nahe 300 Bq/m³ liegt, wenn Sie eine Sanierung planen oder wenn Feuchte und Radon im Keller zusammenkommen. Welche Maßnahmen es im Bestand gibt, zeigt der Beitrag Radonschutz im Bestand.
Das BfS-Modell verbindet Messdaten mit Naturraum- und Gebäudeeigenschaften. Welcher Faktor in Kierspe den Ausschlag gibt, weist das BfS nicht aus. Für Ihr Haus zählt ohnehin nur die eigene Messung.
Das ist ein guter Anlass. Ein geringerer Luftwechsel kann die Radonkonzentration erhöhen. Die Messdose zeigt, ob das bei Ihnen zutrifft.
Für die Frage, ob Ihr Haus erhöhte Werte hat, ja. Für die Frage, woher das Radon kommt und was Sie dagegen tun, braucht es eine Untersuchung vor Ort.
390 Euro inkl. MwSt., wenn ich das Gerät beim Analysetermin aufstelle. Als eigener Termin 890 Euro inkl. MwSt., inklusive Aufstellen, Abholung, Auswertung, Bericht und Begehung mit Maßnahmenempfehlung.
Kierspe gehört zu meinem Einsatzgebiet im Märkischen Kreis, auch die Nachbarorte Wipperfürth und Marienheide betreue ich. Wie ich bei Radon vorgehe, lesen Sie unter Radon und Radonmessung, Informationen für Eigentümer unter Privateigentümer. Sie erhalten werktags innerhalb von 24 Stunden eine Rückmeldung, einen Vor-Ort-Termin in der Regel innerhalb von 1 bis 2 Wochen.
Quellen: BfS: Radon in Wohnungen (Werte und Rang: eigene Auswertung der BfS-Daten); Landesmessprogramm NRW 2019 bis 2021; Messprogramm Arnsberg, Balve, Sundern; Abschlussbericht Hohes Venn/Nordeifel; Land NRW, 28.01.2021; StrlSchG § 124; Verbraucherzentrale NRW.
Beschreiben Sie kurz, was Sie beobachten, oder rufen Sie mich an. Ich melde mich werktags innerhalb von 24 Stunden und bespreche die nächsten Schritte.
Die Anfrage ist unverbindlich.


Nasse Wände, feuchter Keller, Salzränder am Putz:
Ich messe und unterscheide, ob Feuchte aufsteigt, von außen eindringt oder als Kondensat entsteht. Davon hängt ab, welche Sanierung überhaupt hilft.

Nicht jeder Riss ist gefährlich. Ich bewerte Verlauf und Breite und sage Ihnen, ob der Riss nur optisch stört, beobachtet werden sollte oder ein Statiker ihn prüfen muss.

Radon ist ein radioaktives Gas, das man weder sieht noch riecht.
Ich messe die Belastung in Ihren Räumen, vergleiche sie mit dem gesetzlichen Referenzwert von 300 Bq/m³ und sage Ihnen, ob Maßnahmen nötig sind.

Schimmel ist meist nur das Symptom. Ich kläre, ob Feuchtigkeit von außen, eine Wärmebrücke oder das Lüften dahintersteckt, damit er nach dem Entfernen nicht wiederkommt.

Abplatzungen, Rostfahnen, freiliegende Bewehrung:
Ich beurteile, wie weit die Korrosion fortgeschritten ist und welche Instandsetzung die Bausubstanz dauerhaft sichert.

Ein feuchter Keller hat selten nur eine Ursache. Ich prüfe Abdichtung, Wände und Nutzung und zeige Ihnen, welche Maßnahme zu Ihrem Keller passt und welche Sie sich sparen können.

Streusalz, undichte Fugen, Risse in der Bodenplatte: Ich untersuche Ihre Tiefgarage. Eigentümergemeinschaften und Verwaltungen erhalten eine belastbare Grundlage für Beschluss und Sanierung.

Feuchte Flecken unter der Platte, lose Fliesen, rostiges Geländer: Ich prüfe Abdichtung, Gefälle und Anschlüsse und sage Ihnen, ob eine Reparatur reicht oder der Aufbau erneuert werden muss.