Radonmessung: Wie sie wirklich abläuft
Von Luca Marino Faller, Bausachverständiger aus Nümbrecht
Blog · ca. 5 Minuten · August 26, 2026
Radon ist unsichtbar und geruchlos – eine Messung ist der einzige Weg, Klarheit zu bekommen. So läuft sie in der Praxis ab.

Radon ist eines der wenigen Themen in meiner Arbeit, bei dem es keine Abkürzung gibt: Ohne Messung keine Aussage. Das radioaktive Edelgas ist geruchlos, farblos und geschmacklos – jede Vermutung über eine Belastung bleibt reine Spekulation, bis Messwerte vorliegen. Viele Eigentümer sind unsicher, was sie bei einer Messung erwartet. Hier die Antwort.
Warum überhaupt gemessen wird
Radon entsteht im Erdreich durch den natürlichen Zerfall von Uran und kann durch Risse, Fugen und Kabeldurchführungen in erdberührte Räume eindringen. In bestimmten geologischen Regionen ist die Grundbelastung im Boden höher, was das Risiko erhöhter Innenraumwerte steigert. Eine dauerhaft hohe Konzentration in Wohnräumen gilt als gesundheitlich relevant.
Der Ablauf einer Messung
- Platzierung der Messgeräte — Kleine, unauffällige Detektoren werden in den relevanten Räumen platziert, meist im Keller und in Aufenthaltsräumen im Erdgeschoss.
- Messzeitraum — Eine Langzeitmessung dauert 3 bis 9 Monate und bildet so saisonale und tägliche Schwankungen ab. Eine kurze Momentaufnahme kann erste Eindrücke geben.
- Auswertung — Die Detektoren werden anschließend ausgelesen, die Werte mit den Referenzwerten für Wohnräume verglichen.
Was danach passiert
Liegen die Werte im unauffälligen Bereich, ist keine weitere Maßnahme nötig – Sie haben Gewissheit statt Vermutung. Bei erhöhten Werten wird gemeinsam besprochen, welche Maßnahmen sinnvoll sind: Das reicht von einfachen Abdichtungsmaßnahmen an erdberührten Bauteilen bis zu einer gezielten Lüftungsführung in besonders betroffenen Räumen.
Der häufigste Irrtum
Viele glauben, eine einzelne Momentaufnahme reiche aus. Tatsächlich schwankt die Radonkonzentration erheblich je nach Wetterlage, Jahreszeit und Lüftungsverhalten. Eine verlässliche Aussage über die tatsächliche Dauerbelastung liefert erst eine Langzeitmessung über 3 bis 9 Monate.
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