Blog · ca. 4 Minuten · August 13, 2026
Ein Radonmessgerät ist schnell platziert – aber am falschen Ort liefert es verfälschte Werte. Worauf es laut Zentraler Radonstelle NRW ankommt.

Die eigentliche Messtechnik ist unspektakulär: ein kleines Kunststoffgehäuse mit Filter und Detektor, das ohne Strom auskommt. Umso mehr hängt die Aussagekraft des Ergebnisses davon ab, wo und wie lange das Gerät steht. Die Zentrale Radonstelle NRW gibt dazu klare Hinweise.
Gemessen wird dort, wo man sich lange aufhält: im Wohnzimmer, Schlafzimmer oder Arbeitszimmer. Besonders aussagekräftig sind Aufenthaltsräume im Keller und im Erdgeschoss, weil Radon aus dem Boden kommt und sich in den unteren Etagen am ehesten anreichert. Ein selten genutzter Abstellraum sagt dagegen wenig über die tatsächliche Belastung der Bewohner aus.
Für den Vergleich mit dem gesetzlichen Referenzwert zählt der Jahresmittelwert. Ideal ist deshalb eine Messung über zwölf Monate. Muss es schneller gehen, sollten es mindestens drei Monate in den Übergangsjahreszeiten sein, also im Frühjahr oder Herbst. Von einer reinen Sommermessung rät die Radonstelle ab: Weil dann viel gelüftet wird, fallen die Werte zu niedrig aus. Warum eine kurze Messung allein selten reicht, erklärt auch der Beitrag Warum eine einzelne Radonmessung oft nicht reicht.
Eine Messung mit einem passiven Messgerät kostet bei geprüften Laboren nach Angaben der Radonstelle etwa 30 bis 50 Euro. Eine Liste anerkannter Anbieter veröffentlicht das Bundesamt für Strahlenschutz. Die Zentrale Radonstelle NRW stellt Privathaushalten außerdem kostenlose Messgeräte für eine zwölfmonatige Messung zur Verfügung; Informationen gibt es direkt bei der Radonstelle.
Das Ergebnis liegt einige Wochen nach Rücksendung des Geräts vor. Liegt der Jahresmittelwert über 300 Becquerel pro Kubikmeter, sind Schutzmaßnahmen angezeigt. Welche das sein können, lesen Sie im Beitrag Radonschutz im Bestand.
Quelle: Zentrale Radonstelle des Landes NRW (Stand: September 2026).
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