Blog · ca. 8 Minuten · October 23, 2026
Bruchsteinkeller von innen abdichten geht auch bei Natursteinwänden. Was Untergrund, Bodenanschluss und Feuchte von unten verlangen und was ich vor Ort prüfe.

Kurz gesagt: Einen Bruchsteinkeller von innen abdichten ist möglich, auch bei unebenen Natursteinwänden. Ob es in Ihrem Keller sinnvoll ist, hängt davon ab, woher das Wasser kommt, wie der Untergrund beschaffen ist und wie der Anschluss an den Boden gelöst wird. Steigt Feuchte zusätzlich von unten in der Wand auf, muss die Planung auch das berücksichtigen.
Viele ältere Häuser im Oberbergischen Kreis und im Bergischen Land haben Kellerwände aus Bruchstein, im Oberbergischen oft aus Grauwacke. Von außen kommt man an diese Wände nicht immer heran. Hier erkläre ich, wann die Innenabdichtung in Frage kommt und was vorher geklärt sein muss.
Bei alten Kellern überlagern sich die Ursachen oft. Eine neutrale Entscheidungshilfe gibt der Beitrag Außen- oder Innenabdichtung?, typische Schadensbilder zeigt die Seite Kellerabdichtung nachträglich.
Bei einer Innenabdichtung liegt die Abdichtung auf der Raumseite der Wand. Das Wasser erreicht die Wand also weiterhin von außen, wird aber an der Innenseite gestoppt. Der Schimmelleitfaden des Umweltbundesamts (UBA) beschreibt dafür ein mehrlagiges System aus starrer und flexibler Dichtungsschlämme, also mineralischen Abdichtungsschichten, die in mehreren Lagen auf die Wand aufgetragen werden.
Ausführlich behandelt das Thema das WTA-Merkblatt 4-6 „Nachträgliches Abdichten erdberührter Bauteile“ in der Ausgabe vom Dezember 2024. Die WTA ist eine Fachvereinigung für Bauwerkserhaltung. Das Merkblatt leitet das Abdichtungskonzept aus der Art der Wassereinwirkung und der geplanten Nutzung ab.
Wichtig für Bruchstein: Die Innenabdichtung ändert nichts daran, dass die Wand selbst feucht bleibt. Das UBA weist darauf hin, dass vorhandene Feuchte in der Wand weiter aufsteigen kann, wenn keine horizontale Abdichtung das verhindert. Diese Frage gehört bei Bruchstein immer in die Planung.
Ob eine Innenabdichtung hält, entscheidet sich vor dem ersten Auftrag. Bei Bruchstein sind vier Punkte zu klären.
Eine Abdichtung braucht einen tragfähigen, geschlossenen Untergrund. Eine Bruchsteinwand ist uneben, die Fugen aus Kalkmörtel sind oft ausgewaschen oder sanden, alter Putz sitzt hohl. Deshalb werden zuerst die Fugen geschlossen, dann gleicht ein Ausgleichs- oder Sperrputz die Fläche aus. Je nach Befund kommen das Verfüllen von Hohlräumen und eine Horizontalsperre hinzu. Die genaue Vorbereitung richtet sich nach dem Befund an Ihrer Wand und gehört in das Abdichtungskonzept.
Die empfindlichste Stelle ist der Übergang von der Wand zum Boden, der sogenannte Sohlanschluss. Endet die Abdichtung an der Wand, ohne dicht an den Boden anzuschließen, findet das Wasser dort seinen Weg in den Raum. Wie dieser Anschluss in Ihrem Keller gelöst wird, hängt vom vorhandenen Boden ab und wird für Ihren Fall geplant. Hat der Keller keinen Betonboden, sondern etwa Lehm oder Pflaster, plane ich die Innenabdichtung zusammen mit einer Horizontalsperre.
Steigt Feuchte im Mauerwerk auf, hilft die Abdichtung auf der Wandfläche dagegen nicht. Dann kann eine Horizontalsperre als Ergänzung nötig werden, also eine waagerechte Sperrschicht in der Wand. Ob das der Fall ist, zeigt erst ein Feuchteprofil aus mehreren Höhen. Woran Sie aufsteigende Feuchte erkennen, steht im Beitrag Aufsteigende Feuchte: Woran Sie sie erkennen und wann eine Horizontalsperre hilft. Was bei Bruchstein für eine Horizontalsperre gilt, folgt im Beitrag „Horizontalsperre im Bruchstein“.
Alte Kellerwände enthalten oft bauschädliche Salze. Sie ziehen Feuchte aus der Luft und können Putze und Beschichtungen zerstören. Eine Salzanalyse zeigt, welche Salze in welcher Menge in der Wand stecken. Das Ergebnis fließt in die Wahl der Schichten auf der Wand ein, etwa des Putzes.
Beim Analysetermin bekommen Sie den ehrlichen Befund mündlich vor Ort, auch wenn er lautet, dass Sie keine Innenabdichtung brauchen. Soll daraus ein Plan werden, plane ich im Sanierungskonzept die Abdichtung mit Ursache, Maßnahmen und Reihenfolge, mit herstellerneutralen Hinweisen zu Materialien, und erstelle ein Leistungsverzeichnis. Damit lassen sich Angebote vergleichen.
Eher nicht nötig ist ein Sachverständiger, wenn Ihr Keller nicht zur Wohnung gehört, als selten betretenes Lager für unempfindliche Dinge dient, seit Jahren gleich aussieht und nichts schimmelt. Für solche Räume hält der UBA-Leitfaden in der Regel keine Maßnahmen für nötig. Das sage ich Ihnen dann auch so.
Sinnvoll ist eine Messung, bevor Sie ein Angebot für eine Innenabdichtung annehmen, wenn mehrere Angebote mit verschiedenen Verfahren vorliegen, wenn eine frühere Beschichtung nicht gehalten hat oder wenn der Keller anders genutzt werden soll. Vermieten Sie, finden Sie Hinweise auf der Seite für Vermieter.
Ja. Eine Innenabdichtung ist auch bei Bruchstein- und Natursteinkellern möglich. Voraussetzung ist, dass Ursache, Untergrund, Anschluss an den Boden und Salzbelastung vorher geklärt sind und das Abdichtungssystem dazu passt.
Nicht in jedem Fall. Sie wird zum Thema, wenn Feuchte im Mauerwerk aufsteigt und oberhalb der Abdichtung Schaden anrichten würde. Ob das so ist, zeigt ein Feuchteprofil aus mehreren Höhen. Eine Sperre auf Verdacht empfehle ich nicht.
Dann plane ich die Innenabdichtung zusammen mit einer Horizontalsperre, damit Feuchte aus dem Boden nicht oberhalb der Abdichtung in der Wand aufsteigt.
Die Raumseite ist dann vor Wasser von außen geschützt. Die Wand selbst bleibt feucht, und die Raumluft braucht vor allem im Sommer weiter Aufmerksamkeit. Ein Ausbau zu Wohnraum ist mit einem Konzept möglich, das ich mitplane. Welche Fragen dabei hinzukommen, fasst der Beitrag Keller zum Wohnraum ausbauen zusammen.
Der Analysetermin kostet ab 510 €, das Gutachten ab 1.370 €, das Sanierungskonzept ab 1.890 €, jeweils inkl. MwSt. und Anfahrt. Der Analysetermin wird bei einem Gutachten oder Sanierungskonzept angerechnet. Proben kommen gesondert hinzu. Was die Abdichtung selbst kostet, hängt vom Umfang ab und ergibt sich aus den Angeboten auf Grundlage des Leistungsverzeichnisses.
Sie überlegen, Ihren Bruchsteinkeller von innen abdichten zu lassen? Schreiben Sie mir kurz, wie Sie den Keller nutzen und wo es feucht ist, gern mit Fotos über das Formular. Den Überblick über alte Natursteinkeller gibt der Ratgeber Bruchsteinkeller sanieren, wie ich bei feuchten Kellern vorgehe, steht auf der Seite Kellersanierung. Was bei Putz und Fugen auf Bruchstein gilt, folgt im Beitrag „Bruchsteinwand im Keller verputzen und neu verfugen“. Eine eigene Übersichtsseite zu Bruchsteinkellern folgt unter „Bruchsteinkeller“. Mein Büro liegt in Nümbrecht, ich bin im Umkreis von etwa einer Stunde Fahrzeit tätig. Sie erhalten werktags innerhalb von 24 Stunden eine Rückmeldung, einen Vor-Ort-Termin in der Regel innerhalb von 1 bis 2 Wochen. Termin anfragen
Quellen: Umweltbundesamt, Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden, S. 136 und 137; WTA-Merkblatt 4-6-24/D „Nachträgliches Abdichten erdberührter Bauteile“, Ausgabe 12.2024; BauNetz Wissen, Salzbelastetes und feuchtes Mauerwerk.
Beschreiben Sie kurz, was Sie beobachten, oder rufen Sie mich an. Ich melde mich werktags innerhalb von 24 Stunden und bespreche die nächsten Schritte.
Die Anfrage ist unverbindlich.


Nasse Wände, feuchter Keller, Salzränder am Putz:
Ich messe und unterscheide, ob Feuchte aufsteigt, von außen eindringt oder als Kondensat entsteht. Davon hängt ab, welche Sanierung überhaupt hilft.

Nicht jeder Riss ist gefährlich. Ich bewerte Verlauf und Breite und sage Ihnen, ob der Riss nur optisch stört, beobachtet werden sollte oder ein Statiker ihn prüfen muss.

Radon ist ein radioaktives Gas, das man weder sieht noch riecht.
Ich messe die Belastung in Ihren Räumen, vergleiche sie mit dem gesetzlichen Referenzwert von 300 Bq/m³ und sage Ihnen, ob Maßnahmen nötig sind.

Schimmel ist meist nur das Symptom. Ich kläre, ob Feuchtigkeit von außen, eine Wärmebrücke oder das Lüften dahintersteckt, damit er nach dem Entfernen nicht wiederkommt.

Abplatzungen, Rostfahnen, freiliegende Bewehrung:
Ich beurteile, wie weit die Korrosion fortgeschritten ist und welche Instandsetzung die Bausubstanz dauerhaft sichert.

Ein feuchter Keller hat selten nur eine Ursache. Ich prüfe Abdichtung, Wände und Nutzung und zeige Ihnen, welche Maßnahme zu Ihrem Keller passt und welche Sie sich sparen können.

Streusalz, undichte Fugen, Risse in der Bodenplatte: Ich untersuche Ihre Tiefgarage. Eigentümergemeinschaften und Verwaltungen erhalten eine belastbare Grundlage für Beschluss und Sanierung.

Feuchte Flecken unter der Platte, lose Fliesen, rostiges Geländer: Ich prüfe Abdichtung, Gefälle und Anschlüsse und sage Ihnen, ob eine Reparatur reicht oder der Aufbau erneuert werden muss.