Blog · ca. 7 Minuten · June 9, 2026
Bruchsteinmauerwerk im Keller besteht aus Naturstein, Kalkmörtel und oft Hohlräumen. Warum die Wand anders funktioniert und was das für die Sanierung heißt.

Kurz gesagt: Bruchsteinmauerwerk im Keller besteht aus unregelmäßigen Natursteinen, vermauert mit Kalkmörtel, im Inneren oft mit Hohlräumen und losen Füllungen. Eine Abdichtung im heutigen Sinn hat es in der Regel nicht. Die Wand nimmt Feuchte auf und gibt sie über die Oberfläche wieder ab, deshalb braucht sie eine andere Messung und oft andere Verfahren als eine Betonwand.
Ein Bruchsteinkeller ist zunächst eine Bauweise und kein Schaden. Viele ältere Häuser im Oberbergischen Kreis, im Bergischen Land, im Sauerland und im Siegerland stehen auf solchen Wänden. Wer ein Haus mit Bruchsteinkeller kauft, erbt oder sanieren will, sollte wissen, wie diese Wand funktioniert. Dann lassen sich Feuchteflecken richtig einordnen, und teure Maßnahmen aus dem Neubau, die hier nicht passen, fallen weg.
Ob Ihr Keller aus Bruchstein gemauert ist, sehen Sie oft schon ohne Werkzeug:
Eine Betonwand ist ein gleichmäßiger Baustoff. Bruchsteinmauerwerk dagegen setzt sich aus mehreren Materialien zusammen, die sich unterschiedlich verhalten. Das erklärt die meisten Besonderheiten.
Bruchstein heißt so, weil der Stein weitgehend so verbaut wurde, wie er im Steinbruch anfiel, ohne aufwendige Bearbeitung. Die Steine sind verschieden groß und geformt. Oft ist die Wand ein Mischmauerwerk, also eine Wand aus Steinen unterschiedlicher Größe und Art, teils mit Ziegeln aus späteren Ausbesserungen.
Die Steine sind in der Regel mit Kalkmörtel vermauert. Er ist weicher als der Stein und nimmt Wasser auf. Mit den Jahren sandet er an der Oberfläche ab, an nassen Stellen wäscht er aus. Offene Fugen lassen Wasser leichter in die Wand.
Im Inneren der Wand liegen oft Hohlräume und lose Füllungen aus kleineren Steinen und Mörtel. Von außen sieht man davon nichts. Für eine Sanierung ist das wichtig: Ein Mittel, das in die Wand eingebracht wird, verteilt sich in solchen Hohlräumen nicht von selbst gleichmäßig.
Beim Bau bekamen solche Keller in der Regel keine Abdichtung, wie sie heute üblich ist, und keine Horizontalsperre, also keine Sperrschicht gegen Feuchte von unten. Die Wand war darauf ausgelegt, Feuchte aufzunehmen und über die Oberfläche wieder abzugeben. Etwas Feuchte ist deshalb normal. Der Schimmelleitfaden des Umweltbundesamts hält fest, dass Altbauten ohne Außenabdichtung nicht in jedem Fall nachträglich abgedichtet werden müssen, solange kein Schimmel vorliegt. Entscheidend ist die Analyse vor Ort.
Im Oberbergischen ist der Bruchstein oft Grauwacke, ein für die Region typischer Sandstein. Dazu kommt die Lage: Viele Häuser stehen am Hang. Auf der Bergseite steckt der Keller tief im Erdreich, und Wasser läuft im Boden auf die Wand zu. Auf der Talseite liegt er oft frei. Deshalb ist eine Bruchsteinwand im selben Keller häufig an einer Seite deutlich feuchter als an der anderen. Wie Hangwasser wirkt, erkläre ich im Beitrag Haus am Hang: Warum Hanglagen besondere Kellerprobleme haben.
Aus dem Aufbau ergeben sich drei Regeln, die bei einer Betonwand so nicht gelten:
Saniert werden kann von außen und auch von innen: Eine Innenabdichtung ist bei Bruchstein- und Natursteinkellern ebenfalls möglich. Welche Verfahren in Frage kommen, zeigt der Überblick Bruchsteinkeller sanieren: Was bei Natursteinwänden hilft und was schadet. Wie ich an Natursteinwänden messe, folgt im Beitrag „Feuchtigkeit messen im Bruchstein: Warum das Messgerät oft ‚nass‘ zeigt“.
Beim Termin geht es nicht um die Frage „nass oder trocken“, sondern darum, woher Feuchte kommt und was die Wand verträgt:
Beim Analysetermin messe ich vor Ort, nehme aber keine Proben. Das Ergebnis bespreche ich mündlich mit Ihnen. Der Termin dauert 1 bis 4 Stunden und kostet ab 510 € inkl. MwSt. und Anfahrt. Braucht es Werte aus der Tiefe, etwa über eine Bohrmehlprobe, berechne ich die Probenentnahme gesondert ab 120 € je Beprobung und bespreche das vorher mit Ihnen.
Eher nicht nötig ist ein Sachverständiger, wenn Sie den Keller als Lager nutzen, die Wände seit Jahren gleich aussehen, kein Putz abplatzt und nichts Empfindliches darin steht. Dann helfen oft schon funktionierende Rinnen, Gefälle vom Haus weg und richtiges Lüften. Das sage ich offen.
Sinnvoll ist eine Einschätzung vor dem Kauf eines Hauses mit Bruchsteinkeller, vor einem Ausbau, vor einer Sanierung oder wenn ein Schaden nach einer Sanierung zurückkommt. Für Käufer biete ich eine Kaufbegleitung an: Ich sehe mir die Schäden am Bau an, nicht den Wert der Immobilie. Ohne schriftlichen Bericht kostet sie 510 €, mit Bericht 690 €, jeweils inkl. MwSt. und Anfahrt. Worauf Sie beim Kauf achten sollten, steht in den Beiträgen Feuchter Keller beim Hauskauf und Altbau kaufen: Typische Schwachstellen nach Baujahr sowie auf der Seite für Käufer.
Technisch gesehen ist er eine Bauweise. Entscheidend sind sein Zustand, die Ursache vorhandener Feuchte und die Nutzung, die Sie planen. Ob im rechtlichen Sinn ein Mangel vorliegt, ist eine Rechtsfrage. Das klärt im Einzelfall eine Anwältin oder ein Anwalt.
Eine pauschale Jahreszahl nenne ich nicht. Bruchsteinkeller finden sich in vielen älteren Häusern der Region. Wann ein Haus gebaut oder umgebaut wurde, zeigen am ehesten Bauunterlagen.
Ja, eine Innenabdichtung ist auch bei Bruchstein- und Natursteinwänden möglich. Dafür werden die Fugen geschlossen und ein Ausgleichs- oder Sperrputz aufgebracht. Je nach Befund kommen das Verfüllen von Hohlräumen und eine Horizontalsperre hinzu.
Nicht für jede Nutzung. Als Lager für unempfindliche Dinge ist etwas Feuchte oft hinnehmbar. Für einen Hobbyraum oder Wohnraum gelten höhere Ansprüche. Wohnraum ist mit einem Konzept möglich, und dieses Konzept plane ich mit.
Sie haben einen Bruchsteinkeller und wollen wissen, wie es um ihn steht? Schreiben Sie mir kurz, wie Sie den Keller nutzen und wo Sie Feuchte sehen, gern mit Fotos. Ich sage Ihnen, was die Wand braucht und was Sie sich sparen können. Mein Büro liegt in Nümbrecht, ich bin im Oberbergischen Kreis und Umgebung unterwegs. Wie ich bei feuchten Kellern vorgehe, lesen Sie auf der Seite Kellersanierung. Mehr zu Befund und Ablauf bei Bruchsteinkellern folgt auf der Seite „Bruchsteinkeller“. Sie erhalten werktags innerhalb von 24 Stunden eine Rückmeldung, einen Vor-Ort-Termin in der Regel innerhalb von 1 bis 2 Wochen. Termin anfragen
Beschreiben Sie kurz, was Sie beobachten, oder rufen Sie mich an. Ich melde mich werktags innerhalb von 24 Stunden und bespreche die nächsten Schritte.
Die Anfrage ist unverbindlich.


Nasse Wände, feuchter Keller, Salzränder am Putz:
Ich messe und unterscheide, ob Feuchte aufsteigt, von außen eindringt oder als Kondensat entsteht. Davon hängt ab, welche Sanierung überhaupt hilft.

Nicht jeder Riss ist gefährlich. Ich bewerte Verlauf und Breite und sage Ihnen, ob der Riss nur optisch stört, beobachtet werden sollte oder ein Statiker ihn prüfen muss.

Radon ist ein radioaktives Gas, das man weder sieht noch riecht.
Ich messe die Belastung in Ihren Räumen, vergleiche sie mit dem gesetzlichen Referenzwert von 300 Bq/m³ und sage Ihnen, ob Maßnahmen nötig sind.

Schimmel ist meist nur das Symptom. Ich kläre, ob Feuchtigkeit von außen, eine Wärmebrücke oder das Lüften dahintersteckt, damit er nach dem Entfernen nicht wiederkommt.

Abplatzungen, Rostfahnen, freiliegende Bewehrung:
Ich beurteile, wie weit die Korrosion fortgeschritten ist und welche Instandsetzung die Bausubstanz dauerhaft sichert.

Ein feuchter Keller hat selten nur eine Ursache. Ich prüfe Abdichtung, Wände und Nutzung und zeige Ihnen, welche Maßnahme zu Ihrem Keller passt und welche Sie sich sparen können.

Streusalz, undichte Fugen, Risse in der Bodenplatte: Ich untersuche Ihre Tiefgarage. Eigentümergemeinschaften und Verwaltungen erhalten eine belastbare Grundlage für Beschluss und Sanierung.

Feuchte Flecken unter der Platte, lose Fliesen, rostiges Geländer: Ich prüfe Abdichtung, Gefälle und Anschlüsse und sage Ihnen, ob eine Reparatur reicht oder der Aufbau erneuert werden muss.